| Leere Hallen, langweilige Wettkämpfe - das Eisschnelllaufen steckt in der Krise. Und das liegt nach Ansicht der Aktiven und Trainer an der Verbandsspitze der Internationalen Eisschnelllauf Union (ISU). "Die ISU sagt, was wir seit 1895 haben, müssen wir erhalten. Sie hat Angst vor Veränderungen", beklagte der dreimalige Olympiasieger Ard Schenk, der von 1998 bis 2006 Mitglied der Technischen Kommission war und aus Ärger über diese konservative Haltung den Weltverband ISU verließ. "Die Zuschauer werden immer älter, die Jugend wird kaum erreicht", so Schenk. "Die Männer müssen weg", sagte auch Olympiasieger Sven Kramer und kritisierte indirekt Präsident und Vizepräsident der ISU, den Italiener Ottavio Cinquanta und den Niederländer Jan Dijkema. Beide verhinderten die notwendigen Reformen. Vor allem der Mehrkampf habe in seiner heutigen Form keine Zukunft mehr. "Wir nehmen diese WM wie viele andere Nationen nur noch am Rande mit. Abgerechnet wird bei der Einzelstrecken-WM", meinte Bundestrainer Stephan Gneupel und gibt damit Kramer recht. Neuerungen wie das für Sportler interessante Massenstart-Rennen seien nur halbherzig eingeführt worden, weil sie zwar im Weltcup ausgetragen, aber weder in den WM-Kalender, noch ins Olympia-Programm aufgenommen wurden. "So kann das nichts werden. Obwohl wir interessante Neuerungen so dringend brauchen", kritisiert Gneupel. Ob die ISU-Bosse auf die Kritik reagieren, bleibt fraglich. So hatten die Funktionäre selbst ein Brainstorming am Rande der WM 2011 in Inzell abgesagt. "Da kommen gute Ideen auf den Tisch und es führt wieder zu nichts, weil die ISU nicht teilnimmt", empörte sich Schenk. |